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Tresenfall

Über dem
bitteren

Schaum
leerer Gläser

verwelkte
Gesichter

dankbar
wenn Worte

die Mauer
durchbrechen.

[Markus Prem]
 


Beherbst

Schwaden
von Nebel

fetzen durch
Wiesen
und Wälder

ersticken
die Lust

am saftigen
Blättern
der Sinne.


[Markus Prem]
 


alle Texte aus:



Auf kaltem Fels
[überarbeitetes eBook]

KOVD Verlag
Herne 2021
 


Suckzess

Chimären
des Erfolgs.

Nur diffuse
Lichter am
Horizont.

Eine Fata
Morgana in
den Wüsten

eisig kalter
Egonächte.


[Markus Prem]
 


Zaungast

Endlich
die Ankunft

in diesem
Land

so schmerz-
lich fremd

wie ein
verbogener

Stachel
im Fleisch.

[Markus Prem]
 


Götterboten

Kometen rasen
durch den Raum.

Verfehlen oft nur
knapp ein Ziel.

Zeigen uns die
Macht der Zeit.

Kämpfen so
wie wir

ums nackte
Überleben.


[Markus Prem]
 

Lampedusa

Gekentert
vor den Toren
Europas.

Ertrunken
im Meer
der Hoffnung.

Bloß ein paar
Schlagzeilen

auf diesem
fernen
Kontinent.


[Markus Prem]

alle Texte aus:



In der Bredouille
[überarbeitetes eBook]

KOVD Verlag
Herne 2021

Obacht

Kritisch sein
gegenüber
denjenigen

die einem
das Blaue
vom Himmel
versprechen.

Weil man
sonst vielleicht

sein blaues
Wunder erlebt.


[Markus Prem]

Der Kauz

Vielleicht
hatte er Recht

als er mit
Sechzig den

Fernsehton
deaktivierte

und nur mehr
stumme Bilder

des Lebens an
sich ran ließ.


[Markus Prem]

Ablaufdatum

Beim Ticken
einer Uhr

immer daran
denken

dass es
eines Tages

für jeden
einmal

Zeit wird.



[Markus Prem]

Gehirne

Bloß
ein paar

Bonustracks

der Evolution

die unsere
Welt

ins Unglück
stürzen.




[Markus Prem]


alle Texte aus:



Flinte ins Korn
[erweiterte & überar-
beitete Neuausgabe]


RUP, Dortmund 2021
 

Zu spät

Als es
ihnen

endlich
dämmerte

brach
ewige Nacht

über uns
herein.




[Markus Prem]

Mikroäpfel

Wir surfen
durch Bits
und Bytes.

Begegnen
einander

von Face
to Face.

Verirren uns
in Such-
maschinen.


[Markus Prem]

Verklärung

Wenn man
nicht dauernd

in der
Vergangenheit
leben müsste

weil die
Gegenwart so
beschissen ist

hätten vielleicht
auch wir
eine Zukunft.



[Markus Prem]

Absage

Ich versteh dich
sagte sie

als es um die
Teilnahme

an einem
Gelage ging.

Selten eine
schönere

Liebeserklärung
gehört.


[Markus Prem]


alle Texte aus:



Straßenfeger
des Jahres 2020

Edition Straßenfeger
Köln 2020
 

Metamorphose

Zuerst
waren sie
Freunde.

Dann
wurden sie
ein Paar.

Und
beendeten

ihre
Freund-
schaft.



[Markus Prem]

Schicht

Dreimal
pro Tag

für Millionen
von Menschen

bittere Wahr-
heit eines

anonymen
Daseins

an Bändern
der Leere.


[Markus Prem]

Karriere

Mit einem
Sparschwein
ins Bett.

Erfolgs-
trächtig
sein.

Einen
Goldesel

zur Welt
bringen.


[Markus Prem]

Silbensturm

Echos im

Canyon
wüster
Worte.

Verweht

von Stille
leerer
Laute.




[Markus Prem]


alle Texte aus:



Durch's wilde
Lyrikstan
Gedichte

RUP, Dortmund 2020
 

Sekunden

Sie zerrinnen

sind wertvoll
wie Wasser

zwischen
den Fingern

zusammen
mit Träumen

in Burgen
aus Sand.


[Markus Prem]

Sakristei

Triebe gut
unterdrückt.

Wurzeln
der Gewalt.

Prächtig
blühende
Neurosen

in bitteren
Seelenhumus
rammend.


[Markus Prem]

Prime Time

Da läuft
ne Show

sagt ein
Mensch.

Stimmt
sagt eine
Stimme.

Die
Show

deines
Lebens.

[Markus Prem]

Inferno

Minütlich
brennend.

Stündlich
glosend.

Rauchige
Blicke

auf ein
Gestern

ohne
Morgen.


[Markus Prem]


alle Texte aus:



Flinte ins Korn
Gedichte

/LiteraFreakPress/
Bietigheim 2018
 

Mensch

Leiden
wie ein

Schwein
auf der

Schlacht-
bank.

Bluten
für die

schicke
Panier.


[Markus Prem]

Tauchgang

Zu streng
mit sich

sagen
die einen.

Zu lax
sagen die
anderen.


Fisch
soll ja


gesund
sein.

[Markus Prem]

krakatau

im reich
der fische

packt
ein ton

den schulp
des lovers

zieht ihn
rein

ins netz
der rille

[Markus Prem]


alle Texte aus:



doppel-welten
Ein
Gedichtwechsel

/LiteraFreakPress/

 

sepia
 
 
bilder
 getaucht
 in moll
 
 tief der
 sound
 
 aus dem
 inneren
 
 einer
 ewigen
 flut


[Markus Prem]


alle Texte aus:



in Zusammenarbeit
mit Ralf Preusker

Bietigheim 2017

 

korundig
 
 
rau wie
 schmirgel
 
 knirscht
 die zeit
 
 bricht der
 kosmos
 
 durch
 unsere
 
 blutenden
 seelen
 
 
[Markus Prem]


Tresenfall

Über dem
bitteren

Schaum
leerer Gläser

verwelkte
Gesichter

dankbar
wenn Worte

die Mauer
durchbrechen.

[Markus Prem]
 


Beherbst

Schwaden
von Nebel

fetzen durch
Wiesen
und Wälder

ersticken
die Lust

am saftigen
Blättern
der Sinne.


[Markus Prem]
 


alle Texte aus:



Auf kaltem Fels
Gedichte

RUP, Dortmund 2017
 


Suckzess

Chimären
des Erfolgs.

Nur diffuse
Lichter am
Horizont.

Eine Fata
Morgana in
den Wüsten

eisig kalter
Egonächte.


[Markus Prem]
 


Zaungast

Endlich
die Ankunft

in diesem
Land

so schmerz-
lich fremd

wie ein
verbogener

Stachel
im Fleisch.

[Markus Prem]
 


Rohkost

Grüne Echsen
erobern die Stadt.

Der Verkehr
kollabiert.

In dunklen
Seitengassen

unsanft zerlegte
Brocken Fleisch

mit süßlichem
Geschmack.

[Markus Prem]
 


Kopfgeburt

Stimmen
im Rausch
der Nacht

hallen
unisono

flüstern
heiser

aus dem
Dunkel
des Nichts.


[Markus Prem]
 

alle Texte aus:



In der Bredouille
Gedichte


RUP, Dortmund 2015

Schmelzpunkt

Sie verlangte
nicht die Seele.

Nur den
Körper.

Dafür liebte
er sie.

Und drang
ohne Umwege

in die Mitte
ihrer Existenz.

[Markus Prem]

Höllentrip

Im Dickicht
dorniger Nächte

flackert bunter
Wahnsinn.

Durch diffuse
Ritzen der Seele

züngeln kalte
Flammen

die heiße Kehle
empor.

[Markus Prem]


krumlove

egon schielt

auf gotische
burgen

moldavite
stetig
im fluss

ein molekül
öffnet uns
die pforten



[Markus Prem]
 


alle Texte aus:



urknall
fotos und gedichte

Eigenverlag
 


dolce vita

heute
glänzen

lauter
perlen

morgen
schimmert

stiller
tau



[Markus Prem]
 


alle Texte aus:



in Zusammenarbeit
mit Ingrid Heinz

Wien 2013

 


immer neu

berührungen
flugs
funkenschlag

in
den
köpfen

einbahn
einbahn
einbahn



[Markus Prem]
 

feentraum I

schatten auf
die lichtung wirft

im morgenrot
das einhorn da

modrig süß
wie pilzgeruch

durch den wald
die zeit verweht



[Markus Prem]

zeitlos

in den ruinen
unserer existenz

reste einer
vergangenheit

vermeintlich
für

die zukunft
gebaut



[Markus Prem]


alle Texte aus:



silbensturm
Gedichte

Knofe-Verlag, Wien 2004

 

konsum express

am abstellgleis
des lebens

ausrangiert
von der ökonomie

auf den schienen
der allewigkeit

ins nirwana
des vergessens



[Markus Prem]

sternenspiel

im mondlicht
hoch über uns

berühren umrisse
die sichel

schläft feuriger
schatten

tobt
der sturm



[Markus Prem]

esoterik

menschen
irren herum

suchen
finden

manchmal
ihr schicksal

gelesen aus
zweiter hand



[Markus Prem]

s/m

die fesseln
des alltags
lockern

wünschte
sich ein
pärchen

und legte
einander
in ketten



[Markus Prem]


alle Texte aus:



Ozean der Gefühle
Gedichte

Eigenverlag, Wien 1999

 

eigenhändig

viele
menschen
sterben


nicht
weil sie
todmüde

sondern
lebensmüde
waren



[Markus Prem]

fortschritt?

der glaube
ist das

wissen
der armen

das wissen
ist der

glaube
der dummen



[Markus Prem]

 

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